Was wir zu der Sache denken

Das stadt.raum-Festival versteht sich als eine offene Struktur, die euch Raum geben soll, Stadt in ihren verschiedenen Facetten zu erleben, zu denken und zu gestalten.

Wir haben uns viele Gedanken gemacht, was das eigentlich bedeuten soll und in einem Open Call dazu aufgerufen, Ideen, Aktionen und andere Beiträge einzureichen.

An dieser Stelle geht ein herzlicher Dank an alle, die das getan haben! Durch die Themen, die von euch aufgegriffen wurden, haben auch wir als Orga-Team immer weiter darüber nachgedacht, was alles damit zusammenhängt, Stadt zu kartographieren.

Neben politischen Themen wie Wohnungsbau, hohe Mieten und Gentrifizierung tauchen Fragen danach auf, wer eigentlich Einfluss auf städtische Räume hat, welche Geschichte(n) in den öffentlichen Raum eingeschrieben wurden und was unsichtbar bleibt.

Solche Fragen stellen sich auch in Bezug auf unsere eigene Arbeit. Stichwort Soziokultur.

Wir wollen subversiv sein, aber ein Festival wie dieses steigert den kulturellen Wert einer Stadt und damit langfristig auch den Wert der Immobilien. Die Katze beißt sich in den Schwanz.

Wir wollen uns aber trotzdem Räume aneignen, um solidarische, nicht-profitorientierte und schöne, kreative Orte zu schaffen.

Wir wollen, dass alle dabei mitmachen können, aber schon das zunächst abstrakte Thema schließt Menschen aus, die sich nicht im akademischen Millieu bewegen.

Wir wissen auch nicht, ob wir es schaffen, unsere Texte in all den Sprachen zu drucken, in denen wir Teilnehmer*innen gern ansprechen würden.

Blindenschrift, Gebärdensprache und rollstuhlgerechte Toiletten... einmal damit angefangen, rückt es in immer weitere Ferne, den Anspruch "Barrierefreiheit" umzusetzen.

Wir wollen die Selbstorganisationund Teilnahme von Geflüchteten stärken, aber merken erst, dass Ramadan ist, wenn das Programm schon steht (Hoffentlich klappt's trotzdem)

Wir kommen eben doch nicht aus unseren Perspektiven raus. Jedenfalls nicht ohne euch.

Das stadt.raum-Festival wird sich ganz konkret mit dem auseinandersetzen, was um uns herum geschieht. Stadtpolitik. Soziale Kämpfe. Räume für Kultur.

Es will aber auch dazu anregen, die Szenen, in denen wir uns bewegen, zu hinterfragen.

Egal ob sie unter dem Label Soziokultur, Studentische Kultur oder Freie Kultur laufen, egal ob Hip Hop, HardCore, Punk, Techno oder Indie  - Dominanzen und Ausschlüsse gibt es überall.

 

Aber keine Angst, bei uns läuft es leider auch nicht ganz perfekt. Deswegen machen wir auch Fragen nach Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit zum Thema; Fragen danach, wer gehört wird, wer mitmischt und wer nicht.

Wir möchten mit euch andere Strategien zumindest ausprobieren.

Also lasst uns kritisch sein und trotzdem wertschätzen, was in Jena geleistet wurde und immer wieder "wie aus dem Nichts" an Soziokultur hervorgebracht wird.

 

stadt.raum ist learning by doing und bestenfalls sind wir hinterher alle ein bisschen schlauer, völlig verschwitzt und glücklich-

Wir freuen uns auf Diversity in allen Veranstaltungen, im Line-up, an der Bar und auf den Toiletten. Wir freuen uns auf eine großartige Woche mit euch! Wir freuen uns auf kritische Nachfragen!

 

Wir verzichten liebend gern auf alle Formen von Diskriminierung, Ungleichwertigkeitsideologien und übergriffiges Verhalten, sprich: Kein Raum für Rassist*innen, Sexist*innen, Faschist*innen, homo- und transphobe Idiot*innen oder dumme Kommentare über Behinderung!

(Nein, das ist keine Diskriminierung ;) )